Presseberichte 2014

Gute Noten: Auszubildende bekommt vom Chef ein Jahr lang ein Auto bezahlt

Ungewöhnliche Belohnung einer Altfelder Lackiererei Diana Ehrenfels hat nur Einser im Zeugnis und es damit als Erste geschafft: Als Belohnung bekommt die 21-Jährige von ihrem Chef einen kostenlosen Leihwagen. Die Auszubildende, für die gerade das zweite Lehrjahr begonnen hat, darf nun ein Jahr lang einen Citroën C 1 fahren. Firmeninhaber Olaf Schleich trägt die Kosten für Steuern und Versicherung, Ehrenfels muss nur die Benzinkosten selbst bezahlen.

Sechsmal die Note Eins im Zeugnis zahlt sich für Diana Ehrenfels aus. Die Auszubildende im Lackiererhandwerk bei der Altfelder Firma Schleich erhält als Belohnung für ein Jahr einen kostenlosen Leihwagen von ihrem Chef. Foto: Christian Weyer

Während andere Betriebe vergebens nach Lehrlingen Ausschau halten, stapeln sich bei Firmenchefin Daniela Schleich im Büro der Lackiererei in Altfeld die Bewerbungen. Diejenige von Diana Ehrenfels war auch darunter, führte aber anfangs nicht zum gewünschten Erfolg. Das war vor fünf Jahren, und so absolvierte die junge Frau aus Karlburg zunächst eine Lehre als Friseurin, ohne ihren Traumberuf Fahrzeuglackiererin aus den Augen zu verlieren. Mit zwei weiteren Bewerbungen machte sie schließlich auf sich aufmerksam und überzeugte anschließend bei einem einwöchigen Praktikum im Frühjahr 2013, worauf ihr Daniela Schleich einen Ausbildungsvertrag zum 1. September anbot.
Mit der Aussicht auf ihren Traumberuf wollte Ehrenfels gar nichts anderes mehr tun und blieb gleich in der Altfelder Firma. Als Hilfskraft lernte sie von April bis Ende August vergangenen Jahres gleich die Betriebsabläufe kennen, was eine hervorragende Grundlage für den Start in die Ausbildung war, blickt Chefin Daniela Schleich zurück.
Meisterbrief als Ziel
Seit fast zwei Jahren setzt die Lackiererei im Gewerbegebiet Jöspers- hecklein ihren Lehrlingen besondere Anreize: Wer in der Berufsschule einen Notenschnitt von 1,5 oder besser erreicht, erhält jeweils für ein Jahr kostenlos einen Leihwagen. Auch mit wenigen Krankheitstagen kann man Prämien einheimsen.
Trotz der Bemühungen hatte es bisher noch keiner der Lehrlinge geschafft, das kostenlose Auto zu ergattern. Diana Ehrenfels ist nun die Erste und kann die fast 30 Kilometer lange Anfahrt aus Karlburg und abends wieder nach Hause mit dem Kleinwagen vom Chef zurücklegen.
Auf dem Erfolg will sich die 21-Jährige allerdings nicht ausruhen. Wenn sie nach der dreijährigen Ausbildung auch die Gesellenprüfung mit einem Notenschnitt von mindestens 1,5 abschließt, erhält sie als Gratis-Leihwagen einen 1er BMW. »Und sie hat ein Stipendium für die Meisterschule fast sicher«, fügt die Chefin hinzu, die selbst zu Jahresbeginn die Meisterprüfung im Lackiererhandwerk abgelegt hat. Auf diese Spuren möchte sich auch Diana Ehrenfels begeben. »Wer gibt sich schon mit wenig zufrieden?«, lässt die Auszubildende anklingen, dass der Meisterbrief ihr Ziel ist. Dass sie dieses Ziel hartnäckig verfolgen wird, mag man der ehrgeizigen jungen Frau glauben. Bevor sie eine Lehrstelle in ihrem Traumberuf bekommen hat, hatte sie über 80 Bewerbungen geschrieben - und das trotz eines Realschulabschlusses mit der Gesamtnote 2,1. Da darf man davon ausgehen, dass sie auch in Zukunft alle Herausforderungen meistern wird.

Azubis haben gute Perspektiven

Rund 5000 neue Lehrlinge in Mainfranken
Ein Berliner Restaurant, das seinen Auszubildenden das Gehalt im ersten Lehrjahr von 480 auf 960 Euro im Monat verdoppelt. Ein Thüringer Bauunternehmer, der neuen Maurer-Azubis die Kosten für den Führerschein zahlt. Chefs, die ihren Lehrlingen Smartphones stellen.

Meldungen wie diese machen die demografisch bedingte Wende auf dem Ausbildungsmarkt deutlich: Der Wirtschaft fehlen Lehrlinge. „Die Situation spitzt sich zu“, schlug jetzt Eric Schweitzer, der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Alarm.

Auch in Mainfranken beginnt am Montag das Ausbildungsjahr – und das mit etwa 5000 neuen Lehrlingen. So spricht die Industrie- und Handelskammer (IHK) Würzburg-Schweinfurt von gut 3300 neuen Azubis, die Handwerkskammer für Unterfranken (HWK) rechnet mit etwa 2300 Neu-Lehrlingen. Auf Mainfranken bezogen entspricht das wohl knapp 1700 Neuverträgen – das entspricht dem Vorjahresniveau. „Wir sind sehr stolz“, sagte HWK-Hauptgeschäftsführer Rolf Lauer gegenüber dieser Zeitung. Das Ergebnis ist für ihn auch ein Erfolg der Bemühungen von Kammer und Betrieben.

Es wird viel getan, um Schulabgänger für eine berufliche Ausbildung zu gewinnen. Lehrstellenbörsen, Berufsinformationstage, Praktika – die Palette der Angebote ist breit. Unterfrankens Handwerkskammer ist gar bundesweiter Pionier mit ihrem Programm für Studienabbrecher. Doch offenbar können manche Jugendliche im betrieblichen Alltag nicht bestehen: Beim DIHK beklagt man seit Jahren die mangelnde Ausbildungsreife von manchen Schulabgängern, sie sei „Ausbildungshemmnis Nummer eins“.

Eine weitere Gefahr nennt Max-Martin W. Deinhard, Bereichsleiter berufliche Ausbildung bei der mainfränkischen IHK – den „Akademisierungswahn“. Während die Hochschulen „aus allen Nähten platzen“, blieben in vielen Betrieben Ausbildungsstellen unbesetzt. Dennoch hält Deinhard nichts von „Goodies für Azubis“. Er rät Unternehmen vielmehr, sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren. „Wir sagen den Betrieben, dass sie die jungen Leute für sich begeistern müssen.“ Ein Jugendlicher solle sich seinen künftigen Beruf nicht danach aussuchen, „ob er ein Handy oder ein paar Hundert Euro mehr bekommt“.

Auch bei der Handwerkskammer sieht man zusätzliche Leistungen für Azubis nicht so gern. Der Blick solle auf die Zeit nach der Ausbildung gerichtet sein, sagt HWK-Chef Rolf Lauer, „es geht doch um die eigene berufliche Zukunft“. Kurzfristige finanzielle Anreize seien der falsche Weg.

Doch auch in Mainfranken gibt es Betriebe, die Azubis mit „Goodies“ belohnen: So konnte etwa Diana Ehrenfeld erst vergangene Woche den Schlüssel für ihren neuen „Dienstwagen“ in Empfang nehmen: Die 21-Jährige absolvierte bei der Lackiererei Schleich in Marktheidenfeld (Lkr. Main-Spessart) ihr erstes Lehrjahr als Fahrzeuglackiererin mit der Bestnote von 1,0 – und darf nun ein Jahr lang einen geleasten Kleinwagen auf Firmenkosten fahren.

Doch ob mit oder ohne „Goodies“ – das System der dualen Ausbildung in Deutschland gilt als Erfolgsmodell: Die Jugendarbeitslosigkeit liegt hierzulande mit einer Quote von nur 7,9 Prozent im europaweiten Vergleich auf äußerst niedrigem Niveau.

Schulabgänger, die jetzt erst auf den Geschmack kommen: Sowohl Handwerkskammer als auch IHK melden noch reichlich offene Ausbildungsplätze.

Quelle: Michael Deppisch - Mainpost.de

Vom Büro an die Sprüh-Front

Die Handwerkskammer ehrt heute 260 Absolventen in der Paulskirche

Foto: Jonas Ratermann

Von MELANIE BESECKE und CHRISTINE HORSTKORTE

Frankfurt – Was für eine irre Karriere ... Daniela Schleich (39) hat drei Töchter (6, 12, 16), schaffte als Steuerfachangestellte jahrelang im Büro des Kfz-Betriebs ihres Mannes in Franken (Marktheidenfeld) – bis sie mal selbst ran wollte.

Heute bekommt die Malerin/Lackiererin in der Paulskirche ihren Meisterbrief, wie 259 andere Absolventen auch.

Daniela: „Ich hatte irgendwann wahnsinnige Lust, in die Werkstatt zu gehen, Fahrzeuge zu lackieren. Es hat sofort riesigen Spaß gemacht. Und ich durfte immer öfter aushelfen.“

Aus ihr wurde eine Auto-Fee: „Letztes Jahr hatte ich die Schnapsidee, den Maler- und Lackierer-Meister zu machen, bewarb mich bei der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main.“

Daniela ließ Olaf (44) und die Kinder dienstags bis samstags allein daheim (mit Oma-Betreuung), mietete eine Wohnung in Frankfurt – war Vollzeit-Schülerin. „Ich musste in 4 Wochen pauken, was andere in 3 Jahren Berufsschule lernen. Mein Mann hat dafür gesorgt, dass ich weitermache!“

Mit Hammer-Erfolg: Sie bestand die Meisterprüfung mit Note 1,75 – das Berufsbildungszentrum in Weiterstadt engagierte sie gleich als Dozentin. Das Tollste an ihrem Beruf: „Menschen damit glücklich zu machen, dass ich ihr Auto wieder schön mache.“ Nun will sie sich noch zum Gutachter ausbilden lassen.

Quelle: Bild.de

Schleich startet durch: Lackierer-Meisterin mit Auszeichnung

Foto: Roland Pleier | Im Spiegel eines ihrer Meisterschulprojekte: Daniela Schleich mit einer Airbrush-Arbeit.

Es war eine Schnapsidee. Daniela Schleich, dreifache Mutter, gelernte Steuerfachangestellte, besucht die Meisterschule der Fahrzeuglackierer in Weiterstadt – und schließt als Beste ab.

Du Schatz, das könnt' ich doch auch machen.“ Daniela Schleich saß in der Badewanne, als ihr diese fixe Idee in den Sinn kam. Ihr Schatz, Olaf Schleich, hatte in seiner Fahrzeuglackiererei im Altfelder Gewerbegebiet massive Probleme mit seinem Lackierermeister. Auf diesen aber war der 44-Jährige aus Tiefenthal angewiesen, da er selbst „nur“ Karosseriebau, Fahrzeugelektrik und Kfz-Mechanik gelernt, aber in keinem Fach eine Meisterprüfung gemacht hat. Ein Meisterbrief aber ist unerlässlich, wenn man in einem Betrieb wie dem seinen, der nach 14 Jahren ein Dutzend Beschäftigte zählt, auch weiterhin ausbilden will.

Mit Ende 30 noch mal durchstarten? Mit drei Kindern aus zwei Ehen im Schlepptau? Als gelernte Steuerfachangestellte mit Mittlerer Reife in einer völlig anderen Branche neu beginnen? Und das ohne Lehrzeit, mit nur der wenigen Erfahrung, die sie im Betrieb ihres Ehemanns gesammelt hatte? „Es war eine Schnapsidee“, war ihr damals schon bewusst. Doch nach einem höchst intensiven Jahr wurde aus dieser Schnapsidee Wirklichkeit: In wenigen Tagen wird sie ihren Meisterbrief in Händen halten. Mehr noch: Bei der Meisterfeier in Frankfurt wird Schleich zudem als eine der Besten ausgezeichnet.

Kein Wunder, dass sie schwärmt vor Freude. Sie, die „Mutti der Klasse“, nur mit Sondergenehmigung zu dem begehrten Meisterkurs zugelassen, hat sich hochgearbeitet. Nur 14 Bewerber bekamen den Zuschlag für diesen ersten Kompaktkurs am Berufsbildungs- und Technologiezentrum (BTZ) Weiterstadt bei Darmstadt. Hessen liegt deutlich näher als die bayerische Alternative Regensburg oder gar die sächsische in Dresden. Aber: Die anderen Meisterschüler waren zehn bis 18 Jahre jünger als sie; alle hatten eine Lehre hinter sich, fünf von ihnen waren gar Stipendiaten – während Schleich überwiegend im Büro tätig war und nur ab und zu in der Lackiererei mitgeholfen hatte.

Dass es ein Kraftakt sein und ein Jahr Dauerstress bedeuten würde, war ihr klar, als sie im Oktober 2012 antrat. Ein halbes Jahr weilte sie die ganze Woche über in Weiterstadt. Montag Büro, Dienstag um 6 Uhr auf die Autobahn, die ganze Woche über pauken, pauken, pauken, Samstag 17 Uhr Rückkehr und dann Hausarbeiten. Nur der Sonntag blieb für die Familie. Während sie einen Teil der Kurse in Würzburg absolvierte, verbrachte sie Abend für Abend in der Werkstatt: Üben, Lackieren, Ausprobieren. „Das ist gelaufen wie ein Zahnrädle“, sagt sie. „Wenn die Eigenmotivation stimmt, kann man fast alles erreichen.“

Sie muss gestimmt haben. Denn die erste hohe Hürde war die Theorie. „Was andere in drei Jahren lernen, musste sie sich in sechs Wochen aneignen“, zeigte sich selbst Olaf beeindruckt.

Auch ihn hat der ehrgeizige Plan seiner Frau Nerven gekostet. Es sei vorgekommen, dass sie ihn nachts um zwei Uhr geweckt habe, blickt er zurück, nur um zu fragen: „Wie war das nochmal?“ Daniela Schleich wollte alles wissen, alles verstehen. „Ich hab jeden gelöchert“, gibt sie zu. Ob Airbrush, Werbe- und Autolackierung – „ich hab' alles aufgesaugt“. Sie träumte von Klebern und Schleifmitteln, Pigmenten und Klarlacken. „Ich hab mir alles richtig reingezogen,“ sagt die angehende Meisterin.

„Hauptsache bestanden – vier gewinnt.“ Mit diesem Ziel hatte sie ihr Abenteuer begonnen. Am Ende stand in Theorie die 1,0. „Ich war so gut, weil es mich interessiert hat“, macht sie deutlich, in den letzten Ausbildungswochen dermaßen sattelfest, dass sie sich sogar erlaubte, die Schule zu schwänzen – um selbst Unterricht zu geben: Das BTZ Weiterstadt hat sie vom Fleck weg als Dozentin engagiert.

Nächste Woche wird der Meisterbrief im Büro hängen. Dann hofft sie auch auf ein bisschen mehr Akzeptanz bei der Kundschaft. Nicht selten habe sie Beratungsgespräche geführt, an deren Ende der Kunde dann doch fragte: „Kann ich jetzt noch ihren Mann sprechen?“ – auch wenn dieser keinen Deut mehr zu erklären vermochte als seine Frau.

„Es war eine richtig schöne Zeit“, sagt Daniela Schleich, nur wenige Wochen nach der Abschlussprüfung im November. Was auch daran gelegen habe, dass sich die zwei Frauen und das Dutzend Männer im Kurs „blendend verstanden“ hätten. „Wir waren ein Team. Manchmal haben wir zu siebt gelernt“, verdeutlicht sie.

Das ist mehr als ein Lippenbekenntnis: Mit Georg Lorenz brachte sie nämlich einen ihrer Klassenkameraden, mit dem sie in Weiterstadt die Schulbank gedrückt hat, mit nach Altfeld. Der 23-Jährige aus Mörfelden hatte sich schon bei seiner Gesellenprüfung als Bundessieger empfohlen. Er ist nun angestellt bei Olaf Schleich und in Kürze einer von insgesamt vier Meistern in der mittlerweile 14-köpfigen Belegschaft des Allround-Betriebs.

„Durch diese Schnapsidee haben sich beruflich neue Dinge aufgetan, von denen ich nie zu träumen gewagt hätte“, macht Daniela Schleich auch anderen Spätstartern und Umsteigern Mut. Kurz vor ihrem 40. Geburtstag sieht sich die Tiefenthalerin an ihrem Ziel angekommen. „Das ist einfach meine Welt.“

Quelle: Mainpost.de

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Presseberichte zum bundesweiten Girls´ Day am 24.04.2008

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